Rotwein wird aus blauen Weinbeeren erzeugt. Das Herstellungsverfahren unterscheidet sich signifikant von denen eines Weißweins oder Roseweins. So wird Rotwein durch Mazeration gewonnen. Bei diesem physikalischen Verfahren werden die Beeren einige Zeit der Einwirkung von Alkohol ausgesetzt. Zusätzlich zur alkoholischen Gärung des Beerensaftes, werden diverse Inhaltsstoffe aus den festen Bestandteilen der Maische extrahiert. Die festen Komponenten der Maische bestehen neben der Traubenschale auch aus den Kernen sowie gegebenenfalls dem Stielgerüst der Beere. Die Maischgärung kann, was deren Dauer betrifft, eigenwillig festgelegt werden. Eine andere Prozedur zur Herstellung des Rotweins setzt auf eine Erhitzung der Maische vor dem Eintreten der Vergärung. Da die roten Pigmente lediglich in der Schale zu finden sind, ist es ohne weiteres möglich, aus roten Rebsorten Weißwein herzustellen. Der Weincharakter wird entscheidend durch den Zeitraum der Maischgärung geprägt. Bei kurzen Zeitabschnitten bringt das Verfahren fruchtige Weine ohne Alterungspotential hervor. Umfasst die Vergärung der Maische längere Zeitabschnitte, nimmt der Anteil der herausgefilterten Phenole und Tanninen im Wein bedeutsam zu, was den Ausbau eines Lagerweins begünstigt.
Da die Reife der Beeren wie auch das Ausbleiben von Pilzinfektionen von den klimatischen Gegebenheiten des jeweiligen Jahres abhängig ist, ist die Qualität des Rotweins entschieden abhängiger vom Jahrgang als die des Weißweins. Denn die Quantität der erzeugten Farbstoffe wird in hohem Maße durch die Strahlungsintensität der Sonne bestimmt. Beim Rotwein werden die Traubenschalen nach dem Quetschen nicht vom Most getrennt. Anschließend wird dieser bis zu einem Monat auf der Maische gelagert. Eine kurze Verweilzeit würde einen Rosewein zum Vorschein bringen. Rotwein wird sehr gerne beim Garen und Marinieren von Lebensmitteln verwendet. Dies sorgt beim Fleisch für ein stärkeres Aroma und macht es zudem weniger zäh. Ein klassisches Gericht in Frankreich, das Coq au Vin, wird mit Rotwein zubereitet.
Rotwein fördert zudem die Gesundheit. Es heißt, das Rotwein der Entwicklung einiger Arten von Krebs vorbeugen kann. Rotwein eignet sich zudem zu Wild, Rinderbraten und kräftigem Käse. Grundsätzlich passt der Rotwein zu allen dunklen Fleischsorten. Der Marktanteil des Rotweins liegt in Deutschland bei etwa 50,3%.