Weißwein wird durch die alkoholische Gärung von Beeren mit hellerem Fruchtfleisch gewonnen. Der Farbton der Rebsorte kann nicht nur weiß, sondern auch rot sein. Die farbgebenden Pigmente sind ausnahmslos in der Traubenschale zu finden. Aufgrund des frühzeitigen Abpressens des Traubensaftes, wird das Auswaschen der Inhalte umgangen. Hierdurch realisiert der Weinhersteller die stroh- bis goldgelbe Färbung des Weißweins. Die unterschiedlichen Varianten des Weißweins ergeben sich aus dem Zusammenspiel von unterschiedlichen Rebsorten, der andersartigen Herstellungsprozeduren sowie im Restzuckergehalt. Um einen süßen Weißwein erzeugen zu können, ist ein hohes Mostgewicht unverzichtbar. Im Falle eines trockenen Weißwein erfolgt die Ernte der Trauben einige Tage vor der Vollreife. Hierdurch wird ein gewisser Säuregehalt bewahrt. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich der Säure- und der Zuckergehalt im Gleichgewicht. Die zusätzliche Reife lässt den Säuregehalt im Weißwein mit der Zeit abnehmen. Bevor die alkoholische Gärung eingeleitet wird, werden unerwünschte Bestandteile wie Blätter oder verfaultes Lesegut entfernt. Auch hiervon hängt die spätere Qualität des Weißweins ab. Anhand der Hülsenmaischung werden den Hülsen der Beeren Aroma, Geschmackstoffe und Phenole entnommen und dem Most zugeführt. Die gewonnene Maische wird entweder geringfügig geschwefelt oder einem Schutzgas wie Stickstoff oder Kohlenstoffdioxid unterstellt. Niedrige Temperaturen verhindern den Start des Gärungsprozesses.
Die Anreicherung mit Phenolen verhindert die Entsäuerung des Mostes. Der vorgeklärte Beerensaft wird nun zur Vergärung in einen Gärbehälter gegeben. Die alkoholische Gärung bedient sich der auf der Traubenschale befindlichen Hefen. Die Hauptgärung bedarf sechs bis acht Tage. Innerhalb dieses Zeitabschnitts wird der Zucker im Most zu Alkohol umgewandelt. Mit Abschluss der Gärprozedur erzielt der Weißwein in aller Regel zwischen acht und dreizehn Volumenprozent Alkohol. Der Wein kann anschließend der Maloaktischen Gärung unterzogen werden. Bakterien sorgen hierbei für die Umwandlung der aggressiven Apfelsäure in eine milde Milchsäure. Da der Säureabbau im Weißwein meistens nicht erwünscht wird, kommt dieses Verfahren zumeist nur bei der Herstellung von Schaumwein zur Anwendung. Weißwein eignet sich hervorragend zu hellem Fleisch und knackig frischem Gemüse. Aber ebenso für alle Arten von Meeresfrüchten, gegrilltem Fisch und Kalbsgerichten. In Deutschland liegt der Marktanteil für Weißwein bei etwa 39,4%.